Bei vielen KMUs im Maschinenbau geht es aktuell ums nackte Überleben und die Anpassung an neue Marktgegebenheiten. Für diese notwendigen Transformationsprozesse müssen vorhandene Unternehmensstrategien überdacht und angepasst sowie Geschäftsprozesse zwecks Kostenreduzierungen optimiert werden, um eine zukunftsorientierte, nachhaltige Unternehmensentwicklung sicherzustellen.
a) Strategieentwicklung (die Zukunft sichern)
Eine klar definierte Strategie wirkt wie ein Kompass. Sie verhindert, dass Unternehmen sich in täglichen Aufgaben verlieren oder Geld in die falschen Projekte investieren.
Die Strategieentwicklung übersetzt langfristige Visionen in messbare Ziele. Sie konzentriert begrenzte Ressourcen auf die wirkungsvollsten Maßnahmen. Eine gute Strategie sichert den langfristigen Unternehmenserfolg.
Rainer Christmann konzentriert sich bei der Entwicklung einer zukunftsorientierten Strategie auf folgende Schwerpunkte:
- Produktportfolio-Transformation: Entwicklung neuer, den Marktanforderungen angepasster Produkte und Dienstleistungen.
- Suche nach neuen Märkten: Mit neuen sowie existierenden Produkten und vorhandenen Fertigungsmöglichkeiten neue, zukunftssichere Anwendungen suchen.
- Lieferketten-Resilienz: Strategische Neuausrichtung des Einkaufs (z. B. Abkehr von Single-Sourcing in Asien, hin zu resilienten europäisch-lokalen Lieferantennetzwerken).
b) Prozessoptimierung (die Effizienz steigern)
Viele Maschinenbauer arbeiten intern noch wie vor 20 Jahren (Excel-Wüsten, manuelle Datenüberträge von der Konstruktion ins ERP-System und Papier-Laufkarten in der Montage).
Hier ist Digitalisierung zwingend erforderlich. Im Maschinenbau gibt es drei kritische Prozess-Schnittstellen, bei denen das meiste Geld verloren geht. Hier gilt es anzusetzen:
- Schnittstelle Konstruktion → Arbeitsvorbereitung (hier entstehen die teuersten Fehler): Prozess-Optimierung der Stücklistenübergabe (Engineering BOM zu Manufacturing BOM) und die Standardisierung von Bauteilen.
- Der Auftragsabwicklungsprozess (Order-to-Cash): Verkürzung der Durchlaufzeit vom Bestelleingang über die Materialdisposition und Fertigung bis zur Auslieferung. Ziel: Beseitigung von Liegezeiten und Informationsverlusten zwischen den Abteilungen.
- Service- und Reklamationsprozesse: Der After-Sales-Bereich ist im Maschinenbau oft die profitabelste Abteilung, wird aber prozessual stiefmütterlich behandelt. Hier ließe sich häufig mehr Profit generieren.




